Gitarre lernen mit Begeisterung

Zu doof zum Noten lernen?

Zu doof zum Noten lernen?

Sehr häufig kommen Erwachsene Menschen auf mich zu und erzählen mir, sie würden sehr gerne Gitarre lernen, aber das mit den Noten lernen, habe bei ihnen noch nie geklappt. „Ich bin einfach zu doof dafür!“, schießen sie voller Selbstzweifel noch hinterher.

Ich bin seit über 30 Jahren Gitarrenlehrerin an Musikschulen und inzwischen haben darüber hinaus über 400 Menschen online bei mir das Gitarre spielen mit Noten gelernt. Kein einziger war dafür zu doof oder zu dumm. So auch du nicht!

Manche können nicht Noten lesen, weil

  • sie sich noch nie damit beschäftigt haben.
  • es ihnen noch nie richtig gezeigt wurde.
  • sie viel zu viele Noten auf einmal lernen wollten.
  • die gelernten Noten viel zu wenig vertieft und wiederholt wurden.
  • sie keinerlei Bezug zu den gelernten Noten herstellen konnten.

Ich gehöre zu der Sorte Gitarrenlehrerin, die sagt:

Lerne unbedingt Gitarre spielen von Anfang an richtig und nach Noten!

Niemand käme auf die Idee, Schriftsteller werden zu wollen, ohne sich mit Buchstaben und der Schrift auseinanderzusetzen.

Noten bzw. Notenschrift ist nichts anderes, als Symbole, die sich Menschen ausgedacht haben.

Stelle dir nun bitte eine Gitarre mit ihren 6 Saiten vor. Die dickste Saite ist die 6. Saite. (Auch die Zahl 6 hat einen dicken, fetten Bauch 😉.) Die dünnste Saite ist die 1. Saite. (Die Zahl 1 besteht aus einem langen, dünnen Strich.)  Jetzt zeige ich dir ein Notensymbol. Siehe Bild.

Das E2

Am Bild ist die Note e2 zu sehen. Der Notenkopf befindet sich hierbei zwischen den obersten beiden Notenlinien.

Die Note „E2“.

Immer, wenn sich der Notenkopf zwischen den obersten beiden Notenlinien befindet, musst du die 1. leere Saite (also die dünnste Saite) deiner Gitarre anschlagen.

Diese Note heißt E2.


Aufgepasst, eine Neuigkeit kommt noch dazu, dann hast du es für heute schon geschafft, nämlich:

Immer, wenn du folgendes Notenbild siehst (siehe untenstehendes Bild) musst du die dickste Saite deiner Gitarre zum Klingen bringen. Diese Note heißt kleines e. 

Sie ist so tief, dass sie unter dem Notenliniensystem 3 weitere Hilfslinien benötigt.

Unter diesen 3 Hilfslinien befindet sich der Notenkopf. Die Position des Notenkopfes gibt immer an, um welche Note es sich handelt.

Würde man diese 3 Hilfslinien links mit einer Linie verbinden, stünde der Buchstabe „E“ geschrieben 😀.

Dieser Ton klingt sehr tief. Darum heißt der Ton auch:

Das kleines e. 

Am Bild ist die Note kleines e zu sehen

Die Note „kleines e“.

Stelle dir nun vor, dass du mindestens 2 Wochen lang, 5 -10 Minuten täglich diese beiden Noten anschaust, deren Notennamen lauf aussprichst, diese Töne auf der Gitarre spielst und eventuell sogar mehrfach selbst in ein leeres Notenblatt hinein schreibst. Denkst du nicht auch, dass es dir vermutlich bereits nach der ersten Woche schon sehr leicht fallen würde, sowohl das E2 als auch das kleine e auf jedem beliebigen Notenpapier zu erkennen?

Weiters würdest du diese beiden Töne ganz bestimmt auf den richtigen Gitarrensaiten zum Klingen bringen, und diese ohne Probleme eigenhändig auf einem Notenpapier aufschreiben können. Stimmt´s? Ich bin zu 100% davon überzeugt.

Also:

  • Noten anschauen und Noten laut lesen
  • Noten auf der Gitarre spielen
  • Noten eigenhändig aufschreiben

Die meisten Menschen machen an dieser Stelle jedoch einen Fehler. Es fällt ihnen so leicht, dass sie den Eindruck haben, sie müssten unbedingt und sofort weitere, zusätzliche Noten lernen. „Lernen muss sich doch schwer und schwierig anfühlen“, denken sie.

Aber das ist falsch.

Lerne stets in kleinen, gut verdaulichen Einheiten!

Wiederhole diese kleinen Einheiten so viel, wie möglich und übe sowohl das Noten lesen, als auch das Noten schreiben. Spiele diese Noten regelmäßig und häufig auf der Gitarre.

Diese Kombination ist Gold wert!

Mit „laut Noten lesen“ ist übrigens wirklich gemeint, dass du so, wie beim Buchstaben lernen auch, die Notennamen laut vorliest. Am besten tust du das rhythmisch regelmäßig, zu einem langsam tickenden Metronom!

Wie das genau geht, und wie du dazu auf bestmöglichem Wege obendrein das Gitarre spielen nach Noten so gut lernst, dass du im Endeffekt alle deine Lieblingslieder selbstständig spielen kannst, zeige ich dir Schritt für Schritt in diesem Online-Kurs. (<–klick)

Ich freue mich auf dich!

GUT ZUPF,
wünscht dir deine Gitarrenlehrerin Nicole 🎵

Erfolgreiches Gitarre spielen nach Noten garantiert


Saiten wechseln bei einer klassischen Gitarre

Saiten wechseln bei einer klassischen Gitarre

In meinem Blogartikel „Was ist der Unterschied zwischen einer klassischen Gitarre und einer Akustikgitarre„, erzähle ich davon, welche speziellen Saiten ich für meine Konzertgitarre ( = klassische Gitarre) bevorzuge. Dabei erwähne ich, dass ich zwar einerseits einen ganz bestimmten Saitensatz verwende, andererseits manchmal auch eine spezielle Saitenkombination aus verschiedenen Saitensätze verwende. (Genaue Informationen darüber findest du hier im Textbereich über die klassische Gitarre)
Diese Informationen fanden manche Leser sehr nützlich und stellten weiterführende Fragen, nämlich:

1. Wann und wie oft soll ich meine Saiten wechseln?

Antwort 1 als Video, kurz und bündig: ➡ Hier ⬅

Hierzu vorerst meine persönliche Vorliebe sowie Meinung:
  • Ich spüre das Gefühl von frischen, neuen Saiten auf meinen Fingerkuppen extrem gerne.
  • Zudem liebe ich den reinen, klaren Klang von neuen, frischen Saiten. Und:
  • Auch, wenn du noch kompletter Gitarrenanfänger bist, schaffst du es, deine Saiten selbst zu wechseln!
Nun aber der Reihe nach.
Eine eindeutige, allgemeingültige Regel zum Thema, wann genau „Saiten gewechselt gehören“ gibt es nicht.
Ich vergleiche das Saitenwechseln gerne mit dem Austauschen der Zahnbürste oder dem Bettwäsche wechseln.
Der eine tut es früher, der andere ist da nicht so zimperlich.
Grundsätzlich ist es jedoch so, dass in der Regel neue Saiten nicht nur besser klingen, sondern auch besser stimmen.
Bemerkst du, dass deine Saiten dumpf und abgespielt klingen und/oder sich nicht mehr gut stimmen lassen bzw. die Stimmung nicht mehr gut hält, dann ist es höchste Zeit, die Saiten zu wechseln. (Vergleich: Die Zahnbürstenborsten stehen nicht mehr gerade, sondern in alle Richtungen oder die Bettwäsche riecht bedenklich.)
Ebenso ist es höchste Zeit die Saiten zu wechseln, wenn sich an bestimmten Stellen die D- oder die A-Saite aufzurollen beginnt. Ich persönlich warte nie so lange.
Fühlen oder hören sich deine Saiten abgespielt an oder siehst du speziell im Bereich der ersten 5 Bünde schwarze, rostige Stellen, würde ich persönlich dazu raten, deine Saiten zu wechseln.
Auch unbenutzte Saiten werden mit der Zeit schlechter und klingen alt. Steht deine Gitarre also schon lange Zeit unbespielt und einsam im Eck, besaite sie neu, bevor du sie wieder täglich, liebevoll in die Hand nimmst.
Neigst du dazu, stark an den Fingern/Händen zu schwitzen, kannst du die Langlebigkeit deiner Saiten erhöhen, indem du nach dem Üben deine Saiten mit einem weichen Tuch reinigst.

2. Wie wechsle ich meine Saiten am besten?

Antwort 2 als Video – Zuerst vollständig anschauen (dauert nur 3 Minuten 14), dann direkt mitmachen: ➡ Hier ⬅
Ganz klar! Alles, was neu ist, was du noch nie oder erst sehr selten getan hat, macht Angst oder flößt Respekt ein.
Ich möchte dir jedoch versichern, dass du es ganz bestimmt selbst schaffst, die Saiten deiner klassischen Gitarre zu wechseln.
Dazu habe ich dir ein Video aufgenommen, das du dir zuerst vollständig ansehen sollst. Es dauert nur gute 3 Minuten. Anschließend startest du das Video erneut und machst Saite für Saite mit mir mit.
Wichtige Hinweise:
  1. Nimm am Anfang immer nur eine einzige Saite von deiner Gitarre ab und erneuere diese. Erst in weiterer Folge entferne die zweite, alte Saite von deiner Gitarre usw.
  2. Ich empfehle jedem Gitarristen, mindestens 2, besser noch 3 vollständige Saitensätze in Reserve griffbereit (Zuhause) zu haben. Saiten, auch komplett neue, können defekt sein oder, ohne dabei etwas falsch gemacht zu haben, reißen.
  3. Gerade anfangs ist es wichtig, die Saiten sehr häufig nachzustimmen. Hierfür stelle ich dir zwei spezielle, hilfreiche Videos zur Verfügung.
    1. So hören sich die 6 Saiten, richtig gestimmt, an.
    2. Richtig Gitarre stimmen – mit Handy-App, Clip-Stimmgerät, Ohr

Bei den ersten Malen Saitenwechseln brauchst du bestimmt etwas Zeit und Geduld. Du wirst aber ganz bestimmt bei jedem weiteren Male schneller und schneller werden. Vielleicht nimmst du dir ganz gezielt vor, alle 6-8 Wochen deine Gitarre neu zu besaiten?! Was hältst du davon?

Schreibe es mir unter diesem Blogartikel in die Kommentare, wenn du diesen Beschluss gefasst hast.

3. Was machst du mit den restlichen Saiten, wenn du nur einzelne aus einem vollständigen Saitensatz verwendest?

Meine Antwort 3: ➡
  • auf meiner Schulgitarre aufziehen
  • für Kindergitarren verwenden
  • stark vergünstigt an meine eigenen Schüler weitergeben
  • verschenken

Bei manchen Musikhändlern kann man Saiten auch einzeln kaufen. Diese sind jedoch häufig deutlich teurer, als ein ganzer, vollständiger Saitensatz.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass man meine Saitenkombination ruhig einmal ausprobieren sollte, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Nur durch Ausprobieren mehrerer Varianten und unterschiedlicher Saiten-Anbieter wird man sich Erfahrung aneignen können und auf den eigenen, persönlichen Geschmack kommen.

Jeder, der mehrere klassische Gitarren besitzt, kann „meine ausgesuchte“ Saitenkombination auf seinem Hauptinstrument verwendet und testen. Die restlichen Saiten könnten dann am Zweit-Instrument verwendet werden.


 
Du möchtest Gitarre spielen von Anfang an richtig und gut lernen, sodass dir Frust, Überforderung und Umwege erspart bleiben? Du willst es obendrein so lernen, dass du Üben und Lernen kannst, wenn du Zeit dafür hast? Auch wünschst du dir, dass alle wichtigen Komponenten des Gitarre-Lernens berücksichtigt werden, du die Lerninhalte leicht, gut und klar verständlich präsentiert bekommst und du zusätzlich von Anfang an so begleitet und durch die Lerninhalte geführt wirst, dass du im Endeffekt alles auf deiner Gitarre spielen kannst, was dir gefällt? Du findest es lukrativ, dass du auf Knopfdruck und sofort auf die Lerninhalte Zugriff hast und das uneingeschränkt und für immer?

Melodiespiel, Begleitung, Fingertraining, alles aus einer Hand, von einer Gitarrenlehrerin mit über 3 Jahrzehnten Unterrichtserfahrung (offline wie online) und den besten Schülern des Landes!
Hier kannst du mehr darüber erfahren und bei aufkommenden Fragen melde dich unter ➡ info@nihogi.at ⬅
GUT ZUPF,
wünscht dir
deine Gitarrenlehrerin Nicole

Angst vor Achtel Noten?

Angst vor Achtel Noten?

Angst vor Achtel Noten? Kennst du dieses ungute Gefühl in der Magengegend, wenn du in deinen Noten Achtel Noten entdeckst?

Dass man bei einer Viertel Note bis 1 zählt, diese also einen Schlag lang dauert, wissen viele Gitarristen.
Auch, dass demnach die Halbe Note 2 Schläge und die Ganze Note 4 Schläge beansprucht.

Zu sehen sind eine Ganze, eine Halbe und eine Viertel Note dargestellt in den passenden Längenverhältnissen als Holzklötzen aus dem Montessori-Rhythmuskasten von Nicole Hochschwarzer

1 Ganze Note, 1 Halbe Note und 1 Viertel Note

 

Der Vergleich mit einem 1/8 oder 1/4 Liter Milch zu einem halben oder ganzen Liter ist naheliegend.

Es sind 4 Längssäulen zu sehen, die einen 1/8 Liter, einen 1/4 Liter, einen 1/2 Liter und einen ganzen Liter symbolisieren sollen.

Die Notenwerte im Vergleich zu Liter Einheiten

 

Die Einheit der Achtel Note macht vielen Gitarristen Angst.
Der obendrein weitverbreitete Mythos, Achtel Noten müssten sehr schnell, ja sogar extrem schnell gespielt werden, feuert die Angst zusätzlich an.

Sehr häufig werde ich deshalb um Tipps und Tricks rund um die Achtel Note gebeten. Zum einen von jungen Lehrerkollegen, die wissen wollen: „Wie bringe ich alles rund um die Achtel Note meinen Schülern so bei, dass sie es auch verstehen?“. Noch viel öfter von Online-Lernenden, deren Fragen so ähnlich lauten wie: „Wie übe ich am besten die Achtel Note?“

Gerne gehe ich in diesem Artikel ganz konkret auf diese Frage ein.

Wie übe ich am besten Achtel Noten?

Am besten übst du die Achtel Noten, indem du

  • dir viele Lieder mit Achtel Noten aussuchst und diese fleißig und regelmäßig übst.
  • immer laut in Achteln mitzählst. Bei einem 4/4 Takt also:  1 und, 2 und, 3 und, 4 und. (Natürlich ist damit nicht gemeint, dass du schreien sollst, sondern lediglich, dass du nicht bloß in Gedanken zählst. Du sollst deine eigene Stimme lediglich dabei hören können.) Beispiele dazu findest du weiter unten in diesem Artikel
  • immer das Metronom mitlaufen lässt.
  • dir klar machst, dass ein Lied mit nur Halben Noten und Viertel Noten genausogut in Viertel- und Achtel Noten notiert werden könnte (natürlich bloß rein theoretisch).
  • Achtel Noten so langsam spielst und übst, dass du gut mitdenken und mitspielen kannst.

Merke: Achtel Noten müssen überhaupt nicht schnell sein. Jedoch: Das Tempo, das du für deine Achtel Note wählst, hat direkte Auswirkung auf all die anderen Notenwerte.

Was meine ich damit?
Die Achtel Note ist nichts anderes, als eine Zähleinheit, die sich Menschen einmal ausgemacht und vereinbart haben und, die genau halb so lange ist wie eine Viertel Note (vergleichbar mit 50 Cent und 1 Euro oder einem halben Liter und einem ganzen).

 

Am Bild ist deine Viertel Note mit einem passenden Lego Stein zu sehen. Ebenso sieht man 2 Achtel Noten mit den jeweils passenden Lego Steinen dazu.

Die Viertel Note mit passendem Legostein, 2 Achtel Noten mit 2 passenden Lego Steinen

 

Wenn man sich demnach lediglich die Verhältnisse zwischen den Einheiten anschaut, ist das eine halb so viel oder halb so lange wie das andere. Oder im Umkehrschluss: Das eine ist doppelt so viel oder doppelt so lange wie das andere. Verstehst du?
Das bedeutet, wenn du ein Lied spielen möchtest, in dem nur Achtel Noten und Viertel Noten vorkommen, könntest du bei jeder Achtel Noten bis „Eins“ zählen (die Achtel Note dauert hierbei einen Schlag lang = das Metronom klickt bei jeder gespielten Achtel Note).
Bei jeder Viertel Noten zählst du hingegen bist Zwei, also „Eins, Zwei“, weil in eine Viertel Note die Einheit von 2 Achtel Noten „hinein passt“ (so, wie in einem Viertel Liter Milch auch 2 Achtel Liter Milch stecken).
Die Viertel Note dauert hierbei somit zwei Schläge lang = das Metronom klickt dabei zweimal.
Einmal, wenn du die Viertel Note auf der Gitarre anschlägst und ein zweites Mal, während der du dem Klang der angeschlagenen Viertel Note zuhörst.
Die Achtel Note und die Viertel Note auf einem Lineal dargestellt, könnte beispielsweise so aussehen.
Stelle dir hierbei bitte ein kleines, lustiges Männchen vor, das bei 0 cm „am Start“ eines Lineals steht.
Sobald du einen Ton auf deiner Gitarre anschlägst, geht das Männchen los. Das Männchen, welches eine Achtel Note lang gehen darf, schafft am Lineal die Strecke von 1 cm. Geht das Männchen im gleichen Tempo eine Strecke von einer Viertel Note, würde dieses am Lineal 2 cm schaffen.

 

Zu sehen ist eine Achtel Note mit Lineal 1cm und eine Viertel Note mit 2cm Lineal

Achtel Note 1 cm, Viertel Note 2 cm

 

Dir raucht schon der Kopf? Keine Sorge. Übung macht den Meister.

 

Für den Moment merke und verinnerliche bitte:
Notenwerte stehen immer nur in einem Verhältnis zueinander.
Das zu wissen hilft dir, das ganze System hinter den Notenwerten zu verstehen und hilft dir obendrein, die Angst vor Notenwerten im Allgemeinen, aber auch im Speziellen, die Achtel Note betreffen, zu verlieren.

 

Nun üben wir gemeinsam:

Die Achtel Note in unterschiedlichen, rhythmischen Umgebungen

In einem 3/4 Takt

Für die folgenden Beispiele empfehle ich dir folgendes:

1.  Klopfe mit deinem Fuß langsam und regelmäßig die Viertel-Einheit. (so, wie der Sekundenzeiger einer Uhr ständig und gleichmäßig tickt) und klatsche die vorgegebenen Noten von Beispiel 1 mit deinen Händen. Das bedeutet, immer wenn du die Zahlen Eins, Zwei oder Drei sprichst, klopft dein Fuß hörbar auf den Boden. Zudem zählst du laut mit. Da im ersten Beispiel die ersten beiden Töne Achtel Note sind, musst du auf Eins sowohl mit dem Fuß klopfen, als auch mit den Händen klatschen. Beim darauffolgenden „und“ klatschst du nur in die Hände. Dieses „und“ muss genau zwischen deinen ersten beiden Klopfern des Fußes stattfinden. Bei Zwei und bei Drei klopfen und klatschen Fuß und Hände genau gleichzeitig.

Hier kannst du dir anhören, wie es klingen sollte.

Am Bild ist ein 3/4 Takt abgebildet bestehend aus 2 Achtel Noten und 2 Viertel Noten. Darüber ist 1 + 2 + 3 + notiert. Dies gibt an, wie gezählt werden soll.

Beispiel 1: Die Achtel Note im 3/4 Takt

 

2. Auch im Alltag lassen sich solche Übungen gut integrieren.
Ob beim Spazierengehen, Joggen oder Stiegen steigen. Jeder getane Schritt steht für eine Viertel Note.
Ob du dazu den vorgegebenen Rhythmus nur gedanklich ablaufen lässt, hörbar brummst, auf eine beliebige Silbe singst, summst, auf deinen Oberschenkel klopfst oder mit Kopfnicken, Fingerschnippen oder nur still und heimlich mit Daumen und Zeigefinger aufeinander Drücken andeutest, ist völlig dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du es machst. Denn, wie schon gesagt: Übung macht den Meister!

3. Stelle das Metronom langsam ein und schnappe dir deine Gitarre. Das Metronom soll die Viertel Note klicken. Das bedeutet, dass das Metronom das übernimmt, was zuvor dein Fuß gemacht hat.
Nun wählst du eine beliebige Saite deiner Gitarre und spielst mit einem schönen, sauberen Wechselschlag den angegebenen Rhythmus mehrfach hintereinander. Wie immer, zählst du auch hierbei laut mit.
Hier kannst du dir diese Möglichkeit von Beispiel 1, mit Metronom und Gitarre wiedergegeben, anhören.

Mit allen weiteren Beispielen verfährst du genau so, wie in Beispiel 1 erklärt. Zuerst mit deinem Körper = körperliche, rhythmische Erfahrung, dann überträgst du es auf dein Instrument.

In einem 4/4 Takt

In einem 4/4 Takt zählst und spielst du deine Achtel Noten genauso, wie du es im 3/4 Takt schon getan hast. Ein 4/4 Takt beinhaltet im Vergleich zum 3/4 Takt lediglich eine weitere Viertel Note pro Takt. Das hat zur Folge, dass du stets bis „Vier und“ zählen musst. Alles andere bleibt genau gleich.

Am Bild ist ein 4/4 Takt abgebildet, bestehend aus 2 Achtel Noten, einer Halben Note und weiteren 2 Achtel Noten. Darüber ist 1 + 2 + 3 + 4+ notiert. Dies gibt an, wie gezählt werden soll.

Beispiel 2: Die Achtel Note im 4/4 Takt

 

Für dich zum Mitmachen, Beispiel 2:

In einem 6/8 Takt

Im 6/8 Takt verhält es sich ein wenig anders, als in einem 3/4 oder 4/4 Takt. In jedem Takt eines 6/8 Taktes müssen sich in Summe Notenwerte von 6 Achtel Noten befinden. Wir zählen hierbei immer die Achtel Note und nicht die Viertel Note samt den „unds“, wie in einem 3/4 oder 4/4 Takt.

Wie sich das genau verhält, kannst du zum einen in meinem schriftlichen Bild-Beispiel Nr. 3 sehen, zum anderen in den beiden Videobeispielen unterhalb des Bildbeispieles anhören.
Dort kannst und sollst du direkt mit mir mitmachen. Der Fuß klopft im 6/8 Takt stets auf die erste und vierte Achtel Note. Genau dort klickt auch das Metronom.

 

Am Beispiel ist ein 6/8 Takt zu erkennen. Die erste Achtel Note ist mit einem Fähnchen notiert. Weiters folgt eine Viertel Note sowie 3 Achtel Noten, die mit einem Balken verbunden sind.

Beispiel 3: Die Achtel Note in einem 6/8 Takt

 

Für dich zum Mitmachen, Beispiel 3:

 

Dein Ziel sollte sein, dass du dich viel und ausführlich mit den Achtel Noten, aber auch mit allen anderen Notenwerten, auseinandersetzt.
Alleine im stillen Kämmerlein tun das jedoch leider nur die wenigsten Menschen.

Genau aus diesem Grund habe ich den Rhythmus-Basiskurs erstellt.

Mit dem Rhythmus-Basiskurs wirst du zu einem Gitarristen, der sich hervorragend mit Notenwerten und verschiedenen Rhythmen auskennt. Video für Video wirst du besser und sicherer werden.

Wie großartig, wenn du in Zukunft weder vor einzelnen Notenwerten noch vor diversesten, unterschiedlichen Rhythmen zurückschrecken musst, weil du ein Werkzeug an der Hand hast, mit dem du alle „rhythmischen Nüsse„, die schon jetzt in vielen Gitarre-Noten auf dich warten, locker-leicht knacken kannst!

Der Rhythmus-Basiskurs macht´s für dich möglich!

Produktbild des Rhythmus Basiskurses von NIHOGI


 

Unterschied klassische und akustische Gitarre

Unterschied klassische und akustische Gitarre

Vielleicht spielst du gerade mit dem Gedanken, Gitarre lernen zu wollen. Vielleicht lernst du aber auch schon Gitarre. Wie dem auch sei, irgendwann kommt jeder Gitarrist einmal an den Punkt, an dem er sich fragt: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer klassischen und einer akustischen Gitarre?“

Grundsätzlich sei gesagt, dass es zwar baulich und klanglich deutliche Unterschiede zwischen den zwei genannten Gitarrentypen (und natürlich auch der E-Gitarre) gibt, sich jedoch die wesentlichen Basics (Grundlagen), die jeder Gitarrist gerade am Anfang lernen sollte, für klassische, Akustik und E-Gitarre kaum bis gar nicht unterscheiden.

Egal für welche „Gitarrenart“ du dich letztendlich entscheidest, wirst du dich in Zukunft mit Noten, Rhythmen, Fingerfertigkeit, Spieltechniken und dem „Wie werde ich ein guter Gitarrist“ oder „Wie übe ich am besten„, auseinandersetzen müssen. Selbstverständlich machst du dies in aller Ruhe, geduldig und eins nach dem anderen.

Die klassische Gitarre

(c)Nihogi-Unterschied zwischen einer klassischen und einer akustischen Gitarre

Klassische Gitarre

Die klassische Gitarre ist typischerweise mit sechs Nylonsaiten bestückt. Zwar wirkt es auf den ersten Blick so, als wären nur die drei hohen Saiten aus Nylon, in Wahrheit sind es aber auch die drei tiefen Saiten. Diese bestehen aus einem Nylon-Floss, welches mit einem Gold-, Silber, Bronze- oder Kupferdraht umwickelt sind.

Es gibt für die klassische Gitarre viele unterschiedliche Saiten-Angebote auf dem Markt. Dickere, dünnere, mit höherer Spannung (high tension) oder weniger Spannung (normal oder low tension).

  • Ich selbst verwende diese Saiten, wenn ich völlig unkompliziert einen kompletten Saitensatz verwenden möchte.
  • Manchmal jedoch, wenn ich komplett alles aus meinem Instrument herausholen möchte, kombiniere ich die Saitenzusammenstellung so:
    Die 3 Basssaiten von Daddario EJ45, 3. und 2. Saite von Savarez 510AR und die 1. Saite von Augustine Classic Blue Imperial.
  • Hier erfährst du in einem kurzen, 3-minütigen Video, wie du ganz einfach und unkompliziert selbstständig die Saiten deiner klassischen Gitarre wechseln kannst. (Mein Tipp: Schaue zuerst das gesamte Video an, und wechsle anschließend selbst die Saiten deiner Gitarre, indem du das Video erneut startest und Schritt für Schritt mitmachst.)

Das Üben auf Nylonsaiten ist im Vergleich zu Stahlsaiten, aufgrund der Kombination aus Saitenbeschaffenheit (Material), Saitendicke und Saitenspannung, gerade zu Beginn für die Fingerkuppen eines Gitarrenanfängers schonender und weniger schmerzhaft.

Auf der linken und rechten Seite des Gitarrenkopfes einer klassischen Gitarre ist die Mechanik angeschraubt. Auf der Mechanik befinden sich die Wirbel. Mit einem Wirbel lässt sich jeweils eine bestimmte Saite stimmen. Bei der klassischen Gitarre stehen die Wirbel nach hinten.

Zu sehen ist der Kopf einer klassischen Gitarre, mit einer typischen Mechanik für klassische Gitarren, deren weiße Wirbel nach hinten stehen

Der Kopf einer klassischen Gitarre mit Mechanik und Wirbeln

Im Vergleich zu einer Akustikgitarre ist das Griffbrett einer klassischen Gitarre breiter und gerade (nicht gewölbt). Der Abstand zwischen den Saiten (Saitenzwischenräume) ist bei der klassischen Gitarre aufgrund der Griffbrettbreite also größer.

Auch der Steg der klassischen Gitarre ist typisch erkennbar und unterscheidet sich von dem einer Akustikgitarre deutlich.

Das Bild zeigt einen typischen Gitarrensteg einer klassischen Gitarre. Zudem ist sehr deutlich zu sehen, wie die Gitarrensaiten am Steg der klassischen Gitarre geknüpft werden.

Der Steg einer klassischen Gitarre mit frisch aufgezogenen Saiten

Die Akustikgitarre

Die Akustikgitarre wird auch Stahlsaiten-Gitarre oder Westerngitarre genannt. Im Gegensatz zur klassischen Gitarre wird eine Akustikgitarre mit Stahlsaiten bestückt. Die drei hohen Saiten sind aus Stahl, die drei tiefen haben einen Stahlkern und sind mit Metalldrähten umwickelt. Saiten für Akustikgitarren gibt es in unterschiedlichen Stärken.

  • Ich verwende am liebsten diese.
Zeigt das Bild einer Westerngitarre, die auch Akustik-Gitarre oder Stahlsaiten-Gitarre genannt wird.

Akustikgitarre, auch Stahlsaiten oder Westerngitarre genannt

Den typischen Kopf einer Akustikgitarre erkennst du unter anderem an den seitlich abstehenden Wirbeln.

Am Bild ist ein typischer Kopf einer Akustik-Gitarre zu sehen, mit den üblichen, seitlich abstehenden Wirbeln

Der Kopf einer Akustikgitarre mit den typischen, seitlich abstehenden Wirbeln

Im Hals einer Akustikgitarre befindet sich ein Halsstab. Die Stahlsaiten üben eine sehr hohe Spannung auf den Gitarrenhals aus. Damit der Gitarrenhals stabil bleiben kann, gibt es den Halsstab. Dieser kann mit dem passenden Werkzeug, entweder am Gitarrenkopf oder durch das Schallloch (je nach Bauart), etwas gelockert oder angezogen werden. Die Einstellung des Halsstabes kann große Auswirkungen auf die Spielbarkeit der Akustikgitarre haben.

Am Bild sind zwei unterschiedliche Bilder abgebildet. Links das SChallloch einer Akustik-Gitarre, rechts Der Kopf einer Akustik-Gitarre. Auf beiden ist jeweils ein roter Kreis und ein roter Pfeil zu sehen. Die Pfeilspitze zeigt an, wo der Halsstab nachjustiert werden kann

Zwei mögliche Orte, an denen der Halsstab einer Akustikgitarre nachjustiert werden könnte

Das Griffbrett der Akustikgitarre ist deutlich schmäler, als das einer klassischen Gitarre. Zudem ist es leicht gewölbt.

Zu sehen ist ein Teilbereich eines Griffbretthalses einer Akustik-Gitarre, an der man die leichte Wölbung des Griffbrettes erkennen kann

Die leichte Wölbung eines Akustikgitarrengriffbrettes

Während der Korpus einer klassischen Gitarre stets am 12. Bund des Griffbrettes beginnt, ist dieser Ort bei Akustik-Gitarre meist am 14. Bund zu finden. Viele Akustikgitarren besitzen, der besseren Spielbarkeit in hohen Lagen wegen, eine spezielle Bauweise des Korpus, welche man Cutaway (Ausschnitt) nennt. Selten, aber doch, finden sich auch klassische Gitarre mit Cutaway.

Das Bild zeigt 2 Akustik-Gitarren mit jeweiligem Cutaway. Bei einem Cutaway wird der Korpus der Gitarre baulich so abgeändert, dass für den Gitarristen das Spielen in hohen Lagen erleichtert wird.

Cutaway & Schlagbrett (Pickguard) an Akustikgitarren

Da auf Akustikgitarren viel und gerne Akkorde geschlagen werden und dies vorwiegend mit einem Plektrum, sind Akustikgitarren häufig mit einem Schlagbrett, auch Pickguard genannt, ausgestattet. Dieses schützt das Deckenholz der Akustikgitarre vor Schäden. Bei klassischen Gitarren ist ein Schlagbrett eher selten zu finden.

Der Steg von Akustikgitarren schaut überwiegend so aus, wie auf den beiden Bildbeispielen zu sehen ist. Ebenso ist auf den beiden Bildern zu sehen, wie auf Akustikgitarren die Saiten am Steg angebracht sein können.

Am Bild finden sich zwei Beispiele für Akustik-Gitarren Steg Möglichkeiten.

Steg und Besaitungsmöglichkeiten von Akustikgitarren

Häufig haben Akustikgitarren bereits beim Kauf einen Tonabnehmer eingebaut. Damit lässt sich jeder Akustikgitarre schnell und einfach verstärken. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt und deutlich darauf hingewiesen, dass auch bei klassischen Gitarren ein Tonabnehmer eingebaut werden kann.

Häufig gestellte Frage:

„Mit welcher Gitarre beginne ich nun am besten Gitarre spielen?„

Ich liebe sowohl die klassische als auch die Akustikgitarre. Trotzdem fällt meine persönliche Anfangs-Empfehlung stets auf die klassische Gitarre. Die Fingerkuppen schmerzen weniger. Das Greifen von Tönen fällt leichter. Der Klang ist sanfter. Mein wichtigstes Argument ist jedoch folgendes:

Wer die Spieltechniken der klassischen Gitarre gewissenhaft, sauber und genau erlernt, wird anschließend ohne Probleme Akustikgitarre oder E-Gitarre lernen und spielen können. Meiner persönlichen Meinung nach ist dies im Umkehrschluss jedoch nicht in jedem Fall so einfach möglich.

Lerne das Klassische-Gitarre-Spielen von Anfang an richtig und gut, so steht dir in Zukunft die gesamte Gitarrenwelt, mit all ihren wunderbaren Stil- und Klangrichtungen komplett offen. Starte zum Beispiel mit folgendem Online Kurs, wenn du noch ganz am Anfang stehst und das Gitarre spielen nach Noten erfolgreich lernen möchtest.

Oder wähle folgendes Online Kurspaket, wenn du von Beginn an alle wesentlichen, wichtigen und höchst unterhaltsamen Gitarrenbereiche so erlernen und abdecken möchtest, dass du in Zukunft alles spielen kannst, was du möchtest. Einstimmige und mehrstimmige Melodien, Begleitung, Akkorde, zupfen, schlagen, leise, zart, wild, stark rhythmisiert, pulsierend und vieles, vieles mehr.

GUT ZUPF, wünscht dir deine Nicole

NIHOGI ganz persönlich: Einblicke in mein Leben

NIHOGI ganz persönlich: Einblicke in mein Leben

Die Gitarristin Nicole Hochschwarzer sitzt gemütlich auf einer erhöhten Ofenbank. Sie hat ihren rechten Arm auf einer klassischen Gitarre liegend, sodass sie mühelos darauf spielen könnte. Die Gitarre liegt auf ihrem rechten Oberschenkel. Sie trägt eine Jeans, ein schwarzes T-Shirt und hat über ihren rechten Ober- und Unterarm einen schlauchartigen Gitarristen-Ärmel, auf dem das typische NIHOGI-Logo mit den großen, weinroten Buchstaben und der schwarzen Gitarre abgebildet sind.

Dieses Bild entstand im März 2024, nachdem ich ein T-Shirt samt Gitarren-Ärmel mit NIHOGI-Logo geschenkt bekommen habe.

  1. NIHOGI sind die Anfangsbuchstaben von Nicole Hochschwarzer Gitarre.
  2. Ich wurde zu Weihnachten in Kufstein geboren. Meine Mutter erzählte mir, dass ich von den Krankenschwestern abends im ganzen Krankenhaus als Christkind herumgezeigt wurde (das fand sie scheinbar nicht so prickelnd).
  3. Als Einzelkind liebte ich es, in den Kindergarten oder in die Schule zu gehen. Meine Kindergartentante war meine eigene Taufpatin, die Schwester meiner Mutter. Sowohl sie, als auch später meine Religionslehrerin in der Volksschule, spielten richtig cool Gitarre.
  4. Schon als Kind bin ich gerne in die Kirche gegangen und gehörte in Kufstein zu den ersten, weiblichen Ministrantinnen. Irgendwann, ich dürfte zwischen 11 und 13 gewesen sein, ministrierte ich an jedem einzelnen Tag der Sommerferien bei der Morgenmesse um 8:00.
  5. Während der Schulzeit war Dienstag nachmittags um 16:00 immer Kindermesse. Dort fehlte ich einige Jahre lang nie. Während meine Religionslehrerin Gitarre spielte, habe ich gesungen, was das Zeug hielt. 🙂
  6. Gefüllte Paprika mochte ich als Kind überhaupt nicht (meine Eltern aber schon).
  7. In Gummihüpfen war ich richtig gut und Radfahren liebte ich schon in jungen Jahren. Sommer wie Winter war mein Fahrrad im Einsatz. Egal, wie viel Schnee lag.
  8. Röcke und Kleider mochte ich schon als Kind nicht und mit Puppen habe ich nie gespielt.
  9. Ich war immer in Bewegung, baute alles auseinander, was man auseinandernehmen konnte und war an allem technischen Schnickschnack interessiert. An der Seite meines Vaters Ölstand messen oder Reifenwechseln am Auto, Dioden aus oder ein löten, schrauben, hämmern, sägen. Je schmutziger, umso besser. Je schwieriger, umso interessanter.
  10. Unpünktlichkeit anderer habe ich schon als sehr junger Mensch als unangenehmes Gefühl wahrgenommen (Ausgemacht ist doch ausgemacht, oder?). Als Erwachsene konnte ich für mich nach und nach immer klarer fassen warum. Ich empfand es als entgegengebrachte, geringe Wertschätzung meiner Zeit. Pünktlichkeit hat somit für mich etwas mit Respekt und Verlässlichkeit zu tun. Zwei Werte, die ich nicht nur hoch schätze, sondern für mich auch einen starken Charakter auszeichnen.
  11. Im Boden- und Geräteturnen holte ich mehrere Titel und im Leichtathletik 3-Kampf war ich mehrmals Stadtmeisterin.
  12. Meine Volksschullehrerin mochte ich sehr und sie mich wohl auch. Sie zeigte immer wieder, dass sie meine Talente und Besonderheiten erkannte. Ich lernte sehr viel von ihr und denke noch heute gerne an sie zurück. Sie war es auch, die allen Eltern mit Nachdruck die Wichtigkeit, ein Instrument zu lernen, erklärte.
  13. Ich musste in der Musikschule zuerst ein ganzes Schuljahr lang “Noten lernen”, dann zwei Jahre Blockflöte und erst anschließend (mit fast 11) durfte ich mit dem Gitarre lernen beginnen. Zur Wahl standen obendrein Geige und Hackbrett, jedoch aus dem einzigen Grund, weil diese Instrumente von meinen Freundinnen gelernt wurden.
  14. Mein erster Gitarrenlehrer war richtig cool! Dass ich auch einmal so eine Gitarrenlehrerin werden wollte wie er es war, wusste ich schon sehr früh (mit ca. 13?).
  15. Mit 15 unterrichtete ich meine ersten eigenen Schüler. Wurde damals „der Gitarrenlehrer“ im Haus gesucht, wurden häufig zuerst meine älteren Schüler angesprochen, bis ich aufklärte, dass ich hier der Lehrer im Raum wäre.
  16. Während sich gleichaltrige Kinder Spielzeuge von ihren Paten wünschten, wollte ich beispielsweise einen Little-Professor (das war ein kleines Gerät, optisch wie ein Taschenrechner, zum Malreihen üben), LÜK (Lern-Übe-Kontroll-Kasten, um zu sehen, ob meine Antworten richtig wären) oder Bücher.
  17. Ich war schon sehr jung relativ viel alleine, mochte das und mag das auch heute noch sehr.
  18. Handtaschen sind nichts für mich, Rucksäcke hingegen schon.
  19. Eines meiner Hobbys in der Unterstufe war das Zapfen rechnen. Am liebsten mit meinem Vater um die Wette. Hingegen dauerte es zu Gymnasiums-Beginn ein ganzes Schuljahr lang, bis ich verstand, was es mit diesen komischen Klammerrechnungen auf sich hatte.
  20. Mein Musiklehrer in der Unterstufe lachte mich aus, als ich ihm erzählte, dass ich ins Musikgymnasium gehen möchte. Mit einem 4er im Fach Musik meldete ich mich trotzdem dort an. Die Aufnahmeprüfung habe ich bestanden, und so durfte ich ca. 70 km von meinem Heimatort entfernt das Musikgymnasium in Innsbruck besuchen.
  21. Ich wollte anfänglich nicht täglich mit dem Zug pendeln, sondern unbedingt ins dortige Mädchenheim. Die Zeit im Mädchenheim war für mich sehr schön und bereichernd.
  22. Ich lernte dazumal ein paar Jahre Klavier, begann mit Oboe und wechselte zu Fagott. Im Chor zu singen gefiel mir außerordentlich gut.
  23. Im Mädchenheim wurde uns ermöglicht, an einem Kurs für Autogenes Training teilzunehmen. Davon profitiere ich heute noch.
  24. Autofahren konnte ich schon einige Jahre vor meiner Fahrschulzeit und Führerscheinprüfung. Den Motorradschein habe ich auch.
  25. Ab meinem 17. Lebensjahr lebte und versorgte ich mich selbständig. Mit 19 maturierte ich und begann mein Studium. Dort lernte ich meinen Mann kennen.
  26. Betrunken war ich noch nie, denn ich mag Alkohol (eigentlich) gar nicht. (außer Eierlikör, Baileys oder sehr süßen Radler).
  27. Ich brate nicht gerne in der Sonne und wenn ich zu sehr geblendet werde, bekomme ich Migräne-Attacken.
  28. Den Winter liebe ich, auch wenn er, oder gerade weil er, kalt ist. Ich gehe gerne Langlaufen und Rodeln, ebenso Mountainbiken und Rennradfahren.
  29. Ich mag Ferrero Rocher, After Eight (vor allem die Fine Sticks), Toffifee und aus den Merci Packungen jene mit Kaffeegeschmack (das sind die, die hinten weißt sind). Dafür mag ich Ferrero-Küsschen überhaupt nicht. Sitze ich an einem Tisch mit zweierlei Knabber-Angebot, nämlich süß und salzig, greife ich ganz bestimmt zu salzig und nicht zu süß!
  30. Schon im Volksschulalter, aber auch später, sagte man mir, ich könne nicht Handarbeiten (warum, weiß ich eigentlich nicht). Ich habe inzwischen 3 verschiedene Nähmaschinen (jede kann etwas anderes) und habe von Hosen, über T-Shirts, Pullover, Hoodies und Winterjacken/Wintermäntel alles genäht, was das Herz (oder eine 6-köpfige Familie) begehrt.
  31. Alle unsere 4 Kinder sind vor meinem 30. Geburtstag geboren (2 Buben, ein Mädchen, ein Bub). Seit 1998 bin ich standesamtlich, sowie seit 2002 kirchlich verheiratet. Dazwischen habe ich mein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen (Gitarre und Fagott).
  32. Wir wohnen in einem Haus aus den 1950 Jahren, das wir über viele Jahre, hauptsächlich eigenhändig, aus- und umgebaut haben. Viele Jahre lang hatten wir Schafe, Hühner, Hasen, Schildkröten und eine Labrador-Hündin (um meine Angst vor Hunden zu heilen und den nicht enden wollenden Wunsch der Kinder nachzugeben). Die 3 Schildkröten haben wir immer noch. Die Hühner mochte ich weder streicheln noch fangen oder hochheben.
  33. Mein Mann ist auch Musikschullehrer und unterrichtet Zither, Hackbrett und Harfe. Einige Stunden davon an der gleichen Schule wie ich. Wir sind somit auch beruflich unzertrennlich.
  34. Unser ältester Sohn lernte Hackbrett, Harfe und Schlagzeug. Sohn Nr. 2 spielte die Steirische Harmonika. Unsere Tochter (Kind 3) lernte in jungen Jahren Blockflöte und studiert aktuell Geige und Klavier an der MDW in Wien. Unser jüngster Sohn studiert dort ebenso, nämlich Klavier, und war jahrelang Sänger bei den Wiltener Sängerknaben.
  35. Nach meinem Studium habe ich eine mehrjährige Ausbildung zur Dipl. Montessori-Pädagogin absolviert, meine eigene Montessori-Einrichtung eröffnet und diese einige Jahre sehr erfolgreich (neben meinem Musikschul-Alltag) geleitet.
  36. Ich stehe häufig sehr früh auf und sauge die Stille und Ruhe des frühen Tages auf. Diese ruhige, stille Zeit liebe ich!
  37. Ich war viele Jahre lang im In- und Ausland unterwegs, um in Montessori-Einrichtungen über Montessori und Musik zu referieren. Umgekehrt bin ich nach wie vor häufig an Musikschulen eingeladen, um über die Montessori-Pädagogik im Musikschulunterricht zu berichten.
  38. Das Studium der Akustik-Gitarre (Stahlsaiten Gitarre) hat mich ebenso sehr bereichert, wie es auch die Ausbildung rund um die Montessori-Pädagogik tat.
  39. Ich liebe es zu lernen, zu lesen, mich weiterzubilden und mich fachlich auszutauschen. Über meine Arbeit (und die Erfahrungen, die ich dabei miterleben darf) könnte ich Tag und Nacht reden.
  40. Die unterschiedlichen Montessori-Rhythmus Kästen, das konkrete Montessori-Notenlinien Material und zahlreiche andere Montessori-Musikmaterialien wie Karteikarten, Notenwertebeutel oder Fühlnotation, habe ich streng nach den Prinzipien von Maria Montessori und ihrer Pädagogik entworfen, entwickelt und in Produktion gegeben. Bei der Firma Pruefl sind die Materialien zu finden, und alles rund um die Karteikarten kann bei mir per E-Mail angefragt werden.
  41. Ich liebe es, überraschend beschenkt zu werden und beschenke gerne andere.
  42. Als Schülerin und Studentin habe ich an einigen Gitarre-Wettbewerben sehr erfolgreich teilgenommen und auf ganzer Strecke davon profitiert. Deshalb unterstütze ich auch meine eigenen Schüler seit Beginn meiner Unterrichtstätigkeit, in diese Richtung sehr.
  43. Ich selbst erzählte meinen eigenen Kindern immer wieder die Geschichte (natürlich absolut glaubhaft erzählt – hihi), dass ich das eigentlich einzig richtige Christkind sei. Der Beweis dafür seien meine Engelsflügel am Rücken, die ich aber streng geheim unter meinem T-Shirt versteckt hielte, damit mich nicht jeder sofort erkennen könne.
  44. Bereits als junge Studentin habe ich damit begonnen, an zahlreichen Workshops und Fortbildungen bei namhaften und weltberühmten Gitarristen teilzunehmen. Diese Art des Lernens von den allerbesten eines Bereiches ist für mich nach wie vor nicht wegzudenken. Beispiele: David Russell, Alvaro Pierri, ….
  45. Ich komponiere für mein Leben gerne, und bestimmt hätte man mich schon in jungen Jahren dahingehend unterstützen und fördern können. Selbstverständlich habe ich auch aus dieser persönlichen Erfahrung gelernt. Bestimmt ist es mir auch deshalb so ein großes Anliegen, anderen Menschen dabei behilflich zu sein, an sich selbst und deren Wünsche zu glauben.
  46. “Wenn du etwas wirklich willst, mach dich selbst auf den Weg und kümmere dich darum, dass es wahr werden kann”, ist das Ergebnis eines meiner vielen Lernprozesse im Laufe des Erwachsenwerdens.
  47. Shopping-Touren finde ich grauenvoll und extrem ermüdend. Kleidungs-Einkäufe sind für  mich davon die allerschlimmsten. Über den Kopf drüber, wieder raus, wieder drüber, wieder raus. Schon beim zweiten Mal “drüber und wieder raus”, ist mein Kopf rot wie eine überreife Tomate, mein Wille oder Wollen am Tiefpunkt und Schweißausbrüche lassen mich das Geschäft schlag- und fluchtartig, natürlich mit leeren Taschen, verlassen. Finde ich hingegen schnell etwas, das passt und bequem ist, kaufe ich es direkt mehrfach.
  48. Aktuell gibt es 4 unterschiedliche Notenbücher mit meinen Kompositionen. Lost in Thoughts, For my Four, Arpeggios and Friends, Ein lustiger Spaziergang. Viele weitere werden ganz bestimmt noch folgen.
  49. Ich habe mich nie geschminkt und werde das auch in Zukunft nicht tun. Lediglich bei meiner kirchlichen Hochzeit war ich es. Damals wurde ich beim Frisörtermin geschminkt, mit meinem klaren Auftrag: “Bitte wirklich nur sehr dezent und wenig.”
  50. Nagellack, nein Danke! Außer „Nagelhärter“ bei Bedarf. Dieser darf jedoch nur auf die 4 Nägel, die beim Gitarre spielen zum Einsatz kommen.
  51. Ich mag es sehr, wenn jemand positiv und klar denken kann. Lösungsorientierte Menschen finde ich interessant und inspirierend. Von Energieräubern, wie Alles-Schlecht-Reder, halte ich inzwischen, so gut es geht, selbst-schützend Abstand. Ein nicht ganz einfacher, aber sehr wohltuender, Weg, der sich auszahlt.
  52. Mein Schuhwerk muss immer praktisch und angenehm sein. Stöckelschuhe – nein danke!
  53. Schlechtes Wetter ist für mich kein Hindernis. Zu schönes Wetter schon.
  54. Ich habe immer schon gerne gelesen, jedoch habe ich früher erst ein neues Buch begonnen, als das vorangehende ausgelesen war. Das mache ich schon lange nicht mehr so.
  55. An E-Books mag ich, dass ich sofort nach dem Kauf mit dem Lesen beginnen kann und ich nach dem Beenden nicht überlegen muss, wohin ich es wegräumen soll, damit ich es im Bedarfsfalle schnell wieder finden kann.
  56. Ich besitze einige Bücher als Buch, E-Book und Hörbuch. Am Fahrrad sitzend habe ich fast immer in einem Ohr einen Kopfhörer, in dem ein Hörbuch läuft.
  57. Fleißige, zielstrebige Menschen inspirieren mich.
  58. Im Volksschulalter bekam ich meine erste Brille, auf die ich sehr stolz war. (Die Brille war in Wahrheit ziemlich hässlich!) Als Erwachsene, besonders beim Campen mit unserem selbst ausgebauten VW-Bus, beim Schwimmen oder, wenn ich Migräne hatte, waren Brille und/oder Kontaktlinsen stets unpraktische Störfaktoren. So ließ ich Anfang 30 meine Augen, nach fast 2-jähriger Recherche- und Überlegungsphase, lasern. Das hätte ich schon viel früher machen lassen sollen. Was für eine aufwertende Lebensqualität!
  59. Mein erster Auftritt mit der Gitarre war als 11-jährige “Im Märzen der Bauer” in G-Dur. Es gibt einen Grund, warum ich das noch so gut weiß! Ich habe nämlich das fis1, auf der 4. Saite, am 4. Bund, mit dem kleinen Finger nicht richtig erwischt.
  60. Was für ein Drama bei diesem ersten, öffentlichen Auftritt! Ich habe geweint, viele um mich herum versemmelten ähm versammelten Menschen haben mir versichert, ich hätte doch so toll und musikalisch gespielt. All der gut gemeinte Zuspruch half jedoch lange nichts. Ich war felsenfest davon überzeugt: „Der Auftritt war schlecht und schrecklich“.
  61. Meine erste klassische Gitarre hatte seitlich am “Popo” ein Loch, weil ich sie versehentlich beim Abnehmen vom Fahrrad auf einen am Gehsteig liegenden Stein “stellte” (vermutlich ziemlich schwungvoll, könnte ich mir heute vorstellen, wenn ich an die damalige Zeit denke).
  62. Zudem war meine erste Gitarre am Kopf (von mir persönlich) “angenagt”. Warum? Ich fuhr immer schon viel früher zur Gitarrenstunde, als nötig gewesen wäre. Vor dem Unterrichtszimmer hatte ich dann recht lange zu warten (da konnte man nämlich so schön zuhören, was der aktuelle Schüler gerade spielte). Dabei saß ich, lauschend und in Gedanken versunken, immer nach vorne gebeugt, mit den Schneidezähnen am Kopf der Gitarre abgestützt. Dass davon zuerst der braune, lederne Gitarrensack und anschließend sogar das Holz des Gitarren-Kopfes ein Loch bekamen, hat mich scheinbar wenig interessiert oder irritiert.
  63. Auch mein Blockflöten-Mundstück, meine Bleistifte am hinteren Ende und meine Fingernägel waren dazumal an/ab-geknabbert.
  64. Ich besitze aktuell 3 richtig gute Konzertgitarren (Bernd Holzgruber, Matthias Tilzer, Pepe Toldo) und eine mittelmäßige Hanika. Außerdem nenne ich 3 Akustikgitarren mein Eigen. Diese da wären: Eine eher günstige Yamaha, sie war meine allererste, eine sehr gute Lowden, sowie eine supertolle Martin. Die beiden letzteren habe ich dank sensationeller Beratung in und vom Musikhaus Hofer in Saalfelden.
  65. “Geht nicht” löst bei mir reflexartig ein „Das werden wir schon sehen – sicher geht das!” aus.
  66. Dass meine Hartnäckigkeit und mein “nicht und nicht Locker-lassen-wollen” gute Eigenschaften sind – sogar echt gute und wertvolle Stärken – habe ich in Wahrheit erst bemerkt, als ich diese an unserem zweiten Sohn und unserer Tochter entdecken durfte. Ein wahres Geschenk! (Die Kinder sowieso, diese Eigenschaften aber auch!)
  67. Obwohl ich meine Klavierlehrerin sehr mochte, habe ich nie gerne Klavier geübt. Ich habe es dazumal nur zu lernen begonnen, weil es eine Zeit lang hieß, man könne das Gitarrenstudium nur abschließen, wenn man mindestens 3 Jahre lang Klavier gelernt habe. Sobald diese Bestimmung aufgehoben wurde, meldete ich mich vom Klavierunterricht ab.
  68. Dass nichts Gelerntes umsonst ist, weder mein Blockflöten-, mein Klavier-, mein Gesang- oder mein Ziacha-Unterricht ( = Steirische Harmonika), kann ich immer wieder feststellen.
  69. Als Kind habe ich ein BMX-Rad gewonnen. Über Schanzen zu springen war großartig. Je größer und höher, umso besser.
  70. Die Erfahrung, dass man bei sehr hoher Geschwindigkeit mit einem Fahrrad mit sehr dünnen Reifen, nicht versuchen sollte über einen Apfel zu fahren, durfte ich bei einer einmaligen Gelegenheit unter zahlreichen Abschürfungen und Wunden erlernen.
  71. Bei Schwimm- oder Schi-Wettbewerben war ich nie ganz vorne mit dabei.
  72. Als ca. 7-jährige wäre ich beinahe an einer Murmel erstickt. Die Erschütterungen des Losrennens, um verzweifelt einen Erwachsenen in der Wohnung zu suchen, weil weder Hinunterschlucken, Herauswürgen noch Atmen funktionierten, haben mir vermutlich das Leben gerettet.
  73. In den Kinderjahren habe ich mein Fahrrad sehr gerne geputzt und poliert. Die glänzenden Felgen ließen in mir ein Hochgefühl und Entzücken entstehen. Heute poliere ich ausschließlich die 4 Fingernägel meiner Zupfhand. Siehe folgendes Video dazu: