Gitarre lernen mit Begeisterung

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Was ist ein Akkord? Mit meinem Schneemann-Prinzip einfach erklärt

Was ist ein Akkord? Mit meinem Schneemann-Prinzip einfach erklärt

von | 27. September 2026 | Musiktheorie, Anfänger-Themen

Akkorde begegnen dir beim Gitarre-Spielen ständig. Viele Gitarristen lernen zunächst nur die Griffbilder auswendig. Das funktioniert eine Zeit lang, doch warum ein C-Dur-Akkord genau aus diesen Tönen besteht und weshalb A-Moll anders aufgebaut ist, bleibt dabei häufig unklar.

In diesem Artikel beginnen wir deshalb wirklich bei null. Du lernst zuerst, was ein Akkord und ein Dreiklang überhaupt sind. Danach bauen wir die Töne mit meinem Schneemann-Prinzip auf, unterscheiden große und kleine Terzen und leiten daraus Dur-, Moll-, verminderte und übermäßige Dreiklänge ab. Zum Schluss übertragen wir das System auf die Gitarre – anhand der vertrauten Griffe C-Dur und A-Moll.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Akkord?

Ein Akkord entsteht, wenn mehrere Töne gleichzeitig erklingen und miteinander einen gemeinsamen Klang bilden. Auf der Gitarre hörst du einen Akkord, sobald du mehrere passend ausgewählte Saiten gemeinsam anschlägst.

Was ist ein Dreiklang?

Für das Schneemann-Prinzip konzentrieren wir uns auf Dreiklänge. Ein Dreiklang besteht aus drei verschiedenen Tönen. Diese werden nicht beliebig zusammengestellt, sondern nach einem festen System ausgewählt und angeordnet.

Später können auf der Gitarre vier, fünf oder sechs Saiten erklingen. Bei einem Dreiklang bleiben es trotzdem nur drei verschiedene Töne: Einige davon kommen im Gitarrengriff mehrfach vor. Dadurch klingt der Akkord voll, obwohl sein musikalischer Bauplan zunächst nur aus drei verschiedenen Tönen besteht.

Das Schneemann-Prinzip: Drei Noten werden aufeinandergestapelt

Um diesen Bauplan im Notensystem sofort erkennen zu können, verwende ich das Schneemann-Prinzip. Die drei Notenköpfe stehen senkrecht übereinander und erinnern an drei aufeinander gesetzte Schneekugeln.

Was ist ein Akkord? Das Schneemann-Prinzip zeigt den Aufbau eines Dreiklangs

Der Schneemann auf den Notenlinien

Steht der unterste Ton auf einer Notenlinie, setzt du den zweiten Ton auf die nächste darüberliegende Linie. Der dritte Ton kommt wiederum auf die nächste darüberliegende Linie. Alle drei Notenköpfe sitzen damit auf Notenlinien.

Der Schneemann in den Zwischenräumen

Steht der unterste Ton in einem Zwischenraum, setzt du auch die beiden folgenden Töne jeweils in den nächsten darüberliegenden Zwischenraum. Alle drei Notenköpfe befinden sich nun in Zwischenräumen.

Die Namen der einzelnen Töne sind an dieser Stelle noch nicht wichtig. Zuerst geht es nur darum, dieses klare Bild zu erkennen: entweder drei Noten auf Linien oder drei Noten in Zwischenräumen.

C-Dur-Dreiklang im Notensystem: C als Grundton, E als Terz und G als Quinte

Der unterste Ton ist der Grundton

Die unterste Kugel unseres Schneemanns ist der Ausgangspunkt. Dieser unterste Ton heißt Grundton. Von ihm aus werden später alle weiteren Töne des Dreiklangs bestimmt. Deshalb beginnen wir immer unten und arbeiten uns von dort nach oben.

Warum der Grundton dem Akkord seinen Namen gibt

Der Grundton bestimmt, wie der Akkord heißt. Ist der unterste Ton ein C, handelt es sich um einen C-Akkord.
Ist der unterste Ton ein A, handelt es sich um einen A-Akkord.

Ob daraus Dur, Moll, ein verminderter oder ein übermäßiger Dreiklang wird, entscheiden erst die genauen Abstände zu den beiden anderen Tönen. Der Ausgangspunkt und damit der Name des Akkords bleiben jedoch immer der Grundton.

Warum zwischen zwei übereinandergestapelten Tönen immer eine Terz liegt

Zwischen der unteren und der mittleren Schneekugel liegt ebenso eine Terz wie zwischen der mittleren und der oberen. Das Wort Terz bezeichnet einen Abstand zwischen zwei Tönen. In der Musik heißt ein solcher Abstand Intervall.

So wird der Abstand von eins bis drei gezählt

Beim Bestimmen eines Intervalls werden Anfangs- und Zielton mitgezählt.
Von A nach C zählst du also A als eins, H als zwei und C als drei.
Der Abstand A–C ist deshalb eine Terz.
Genauso zählst du bei C–E: C ist eins, D ist zwei und E ist drei.

Vorzeichen ändern an dieser Zählweise nichts.
Auch A–Cis ist eine Terz, weil die Tonbuchstaben weiterhin A–H–C lauten.
Entscheidend ist zunächst, dass der Zielton der dritte Tonname ist.

Warum eine Terz nicht automatisch drei Halbtonschritte hat

Hier entsteht häufig ein Missverständnis:
Die Drei im Wort Terz sagt nicht, wie viele Halbtonschritte zwischen den Tönen liegen. Sie sagt nur, dass vom Anfangston bis zum dritten Tonnamen gezählt wird.

A–C und A–Cis sind daher beides Terzen.
A–C umfasst jedoch drei Halbtonschritte, A–Cis vier.
Erst die genaue Anzahl der Halbtonschritte zeigt, ob es sich um eine kleine oder eine große Terz handelt.

Notenbild einer Terz: Von A über H bis C werden Anfangs- und Zielton als eins, zwei und drei mitgezählt

Was ist ein Halbtonschritt?

Ein Halbtonschritt ist in unserem Tonsystem der kleinste Abstand zwischen zwei unmittelbar benachbarten Tonhöhen.
Zwei Halbtonschritte ergeben einen Ganztonschritt.
Um große und kleine Terzen sicher unterscheiden zu können, zählen wir ihre Halbtonschritte.

Halbtonschritte auf der Gitarre

Auf einer Gitarrensaite ist ein Halbtonschritt besonders leicht zu erkennen:
Rückst du auf derselben Saite um genau einen Bund weiter, verändert sich der Ton um einen Halbton.
Vom zweiten zum dritten Bund liegt also ein Halbtonschritt, vom zweiten zum vierten Bund liegen zwei.

Damit wird die Gitarre selbst zu einem ausgezeichneten Messinstrument für Intervalle.
Du musst zunächst nur auf derselben Saite bleiben und die Bünde zählen.

Die chromatische Tonleiter

Die chromatische Tonleiter enthält alle zwölf verschiedenen Töne innerhalb einer Oktave – lückenlos in Halbtonschritten.
Nach dem zwölften Halbton erreichst du wieder denselben Tonnamen, nun eine Oktave höher.

Die chromatische Tonleiter mit #-Vorzeichen

Aufwärts kann die chromatische Tonleiter mit Kreuzvorzeichen so geschrieben werden:

C – Cis – D – Dis – E – F – Fis – G – Gis – A – Ais – H – C

Zwischen E und F sowie zwischen H und C steht kein zusätzlicher Tonname mit Kreuz.
Diese Tonpaare liegen bereits von Natur aus einen Halbtonschritt auseinander.

Ergänzend zeige ich dir im Video „Chromatische Tonleiter mit #-Vorzeichen“, wie du die Tonleiter Schritt für Schritt aufschreibst und warum zwischen den einzelnen Tönen jeweils ein Halbtonschritt liegt.

Die chromatische Tonleiter mit b-Vorzeichen

Mit b-Vorzeichen lautet dieselbe Folge:

C – Des – D – Es – E – F – Ges – G – As – A – B – H – C

Cis und Des klingen auf der Gitarre gleich hoch, werden aber je nach musikalischem Zusammenhang unterschiedlich geschrieben. Das nennt man enharmonische Verwechslung.
Im deutschen Tonsystem bezeichnet H den natürlichen Ton H, während B das erniedrigte H ist.

Beim Aufschreiben eines Schneemanns müssen die Tonbuchstaben weiterhin in Terzschritten angeordnet sein.
Ein A-Dur-Dreiklang heißt deshalb A–Cis–E und nicht A–Des–E.
Von A aus muss der mittlere Ton ein C-Ton sein.

Im Video „Chromatische Tonleiter mit b-Vorzeichen“ zeige ich dir dieselbe Tonleiter mit b-Vorzeichen und erkläre die Schreibweise Schritt für Schritt.

Chromatische Tonleiter mit Kreuz- und b-Vorzeichen sowie gleich klingende Tonpaare als enharmonische Verwechslung

Der Unterschied zwischen einer großen und einer kleinen Terz

Nun verbinden wir das Bild im Notensystem mit der chromatischen Tonleiter.
Zwei Noten können optisch beide eine Terz bilden.
Ob diese Terz klein oder groß ist, entscheidet die Anzahl der Halbtonschritte zwischen ihnen.

Die kleine Terz: drei Halbtonschritte

Eine kleine Terz umfasst drei Halbtonschritte.
Beispiele sind A–C und E–G.
Sie wirkt häufig dunkler, ruhiger oder melancholischer – wobei der gesamte musikalische Zusammenhang den tatsächlichen Höreindruck mitbestimmt.

Kleine Terz auf einer Gitarrensaite: Drei Halbtonschritte vom zweiten bis zum fünften Bund

Die große Terz: vier Halbtonschritte

Eine große Terz umfasst vier Halbtonschritte.
Beispiele sind C–E und A–Cis.
Sie wirkt häufig heller und klarer als eine kleine Terz.
Auch hier gilt: Die Wirkung hängt immer vom musikalischen Zusammenhang ab.

Große Terz auf einer Gitarrensaite: Vier Halbtonschritte vom zweiten bis zum sechsten Bund

Große und kleine Terzen auf einer Gitarrensaite erkennen

Setze deinen Zeigefinger beispielsweise auf den zweiten Bund einer Saite. Greifst du mit dem kleinen Finger auf derselben Saite den fünften Bund, liegen drei Halbtonschritte zwischen den Tönen: Du spielst eine kleine Terz.
Greifst du stattdessen den sechsten Bund, liegen vier Halbtonschritte dazwischen: Das ist eine große Terz.

Der Unterschied zwischen beiden Intervallen beträgt also nur einen Bund.
Spiele beide Varianten nacheinander und höre genau hin. So verbindest du das Zählen mit dem Klang.
Eine passende Übung zur kleinen und großen Terz direkt auf der Gitarre findest du in diesem Video.

Vom Grundton aus gezählt: Grundton, Terz und Quinte

Sobald das Terz-Prinzip klar ist, können wir den drei Kugeln des Schneemanns ihre festen Aufgaben geben.
Dabei zählen wir immer vom Grundton aus.

Der Grundton ist die Eins

Der unterste Ton ist unser Startpunkt und erhält die Zahl eins. Er legt den Namen des Dreiklangs fest.

Der mittlere Ton ist die Terz

Vom Grundton bis zum mittleren Ton zählen wir drei Tonbuchstaben.
Der mittlere Bauch des Schneemanns ist deshalb die Terz.
Bei einem C-Dreiklang ist C die Eins und E die Terz: C–D–E.

Der oberste Ton ist die Quinte

Vom Grundton bis zum obersten Ton zählen wir fünf Tonbuchstaben.
Die oberste Kugel ist daher die Quinte.
Bei einem C-Dreiklang ist G die Quinte: C–D–E–F–G.

Unser Schneemann besteht damit immer aus Grundton, Terz und Quinte.
Wichtig: Die Bezeichnungen Terz und Quinte geben die Position vom Grundton aus an.
Die genaue Größe dieser Abstände verändert sich je nach Dreiklangsart.

C-Dur-Dreiklang im Notensystem: C als Grundton, E als Terz und G als Quinte

Die Reihenfolge der Terzen entscheidet über den Akkord

Ein Dreiklang besteht aus zwei übereinandergestapelten Terzen. Für jede dieser beiden Terzen gibt es zwei Möglichkeiten: Sie kann klein oder groß sein. Genau die Reihenfolge dieser Abstände entscheidet, ob Dur, Moll, vermindert oder übermäßig entsteht.

Du brauchst dafür keine vier voneinander unabhängigen Regeln. Es genügt, die beiden Terzen von unten nach oben zu prüfen.

So entsteht ein Dur-Dreiklang

Ein Dur-Dreiklang klingt stabil und wird häufig als hell, heiter oder kraftvoll empfunden. Sein Aufbau folgt immer derselben Reihenfolge.

Große Terz unten – kleine Terz oben

Vom Grundton zur Terz liegen vier Halbtonschritte: eine große Terz.
Von der Terz zur Quinte liegen drei Halbtonschritte: eine kleine Terz.
Die Formel für Dur lautet daher: große Terz unten, kleine Terz oben.

Beispiele für Dur-Dreiklänge

C-Dur besteht aus C–E–G.
C–E ist die große Terz,
E–G die kleine.

A-Dur besteht aus A–Cis–E.
G-Dur besteht aus G–H–D.
Das Prinzip bleibt immer gleich, unabhängig vom Grundton.

Dur-Dreiklang nach dem Schneemann-Prinzip: Große Terz mit vier Halbtonschritten unten und kleine Terz mit drei Halbtonschritten oben

So entsteht ein Moll-Dreiklang

Beim Moll-Dreiklang werden dieselben beiden Terzgrößen verwendet, aber ihre Reihenfolge wird vertauscht.

Kleine Terz unten – große Terz oben

Vom Grundton zur Terz liegen drei Halbtonschritte: eine kleine Terz.
Von der Terz zur Quinte liegen vier Halbtonschritte: eine große Terz.
Die Formel für Moll lautet daher: kleine Terz unten, große Terz oben.

Beispiele für Moll-Dreiklänge

A-Moll besteht aus A–C–E.
A–C ist die kleine Terz,
C–E die große.

E-Moll besteht aus E–G–H.
D-Moll besteht aus D–F–A.

Moll-Dreiklang nach dem Schneemann-Prinzip: Kleine Terz mit drei Halbtonschritten unten und große Terz mit vier Halbtonschritten oben

So entsteht ein verminderter Dreiklang

Ein verminderter Dreiklang klingt gespannt und instabil. Seine Quinte liegt einen Halbton tiefer als die Quinte eines Dur- oder Moll-Dreiklangs.

Zwei kleine Terzen übereinander

Vom Grundton zur Terz liegen drei Halbtonschritte und von der Terz zum obersten Ton erneut drei.
Die Formel lautet: kleine Terz unten, kleine Terz oben.

Beispiele für verminderte Dreiklänge

H-vermindert besteht aus H–D–F.
H–D ist eine kleine Terz und D–F ebenfalls.
Ein weiteres Beispiel ist Cis–E–G.

So entsteht ein übermäßiger Dreiklang

Beim übermäßigen Dreiklang liegt die Quinte einen Halbton höher als bei Dur oder Moll. Dadurch entsteht ein offener, schwebender und spannungsreicher Klang.

Zwei große Terzen übereinander

Vom Grundton zur Terz liegen vier Halbtonschritte und von der Terz zum obersten Ton erneut vier.
Die Formel lautet: große Terz unten, große Terz oben.

Beispiele für übermäßige Dreiklänge

C-übermäßig besteht aus C–E–Gis.
C–E ist eine große Terz, E–Gis ebenfalls.
Ein weiteres Beispiel ist F–A–Cis.

Verminderter und übermäßiger Dreiklang im Vergleich: zwei kleine beziehungsweise zwei große Terzen übereinander

Alle vier Dreiklänge im direkten Vergleich

Die vier Dreiklangsarten unterscheiden sich ausschließlich durch die Anordnung der kleinen und großen Terzen. Wenn du diese vier Formeln beherrschst, kannst du jeden Grunddreiklang selbst bilden und kontrollieren.

Dur: große Terz und kleine Terz

Vier Halbtonschritte unten, drei oben. Beispiel: C–E–G.

Moll: kleine Terz und große Terz

Drei Halbtonschritte unten, vier oben. Beispiel: A–C–E.

Vermindert: kleine Terz und kleine Terz

Drei Halbtonschritte unten, drei oben. Beispiel: H–D–F.

Übermäßig: große Terz und große Terz

Vier Halbtonschritte unten, vier oben. Beispiel: C–E–Gis.

Dur-, Moll-, verminderter und übermäßiger Dreiklang im Vergleich mit der jeweiligen Reihenfolge kleiner und großer Terzen

Wie wird aus dem Schneemann ein Akkordgriff auf der Gitarre?

Der Schneemann zeigt dir zunächst, welche drei verschiedenen Töne zu einem Akkord gehören. Anschließend müssen diese Töne sinnvoll auf die sechs Gitarrensaiten verteilt werden.

Welche drei Töne gehören zum Akkord?

Bilde zuerst den Dreiklang auf dem Papier und bestimme Grundton, Terz und Quinte.
Bei A-Dur sind das A, Cis und E;
bei C-Dur C, E und G.
Nur diese drei Tonklassen dürfen in einem reinen Dur- oder Moll-Dreiklang vorkommen.

Wo befinden sich diese Töne auf den Gitarrensaiten?

Suche zunächst auf den tiefen Saiten nach einer gut erreichbaren Stelle für den Grundton.
Bei gebräuchlichen Grundgriffen ist er meist der tiefste gespielte Ton.
Danach prüfst du Saite für Saite, wo Grundton, Terz oder Quinte bequem gegriffen werden können.

Andere Anordnungen und sogenannte Umkehrungen sind ebenfalls möglich. Für den Einstieg bleiben wir jedoch bei Griffen, deren tiefster Ton der Grundton ist.

Leere Saiten können Akkordtöne sein

Auch eine leere Saite liefert einen vollwertigen Akkordton. Gehört ihr Ton zu Grundton, Terz oder Quinte, kann sie mitklingen. Gehört er nicht zum Akkord, wird die Saite nicht angeschlagen oder abgedämpft.

Akkordtöne dürfen mehrfach vorkommen

Auf der Gitarre dürfen Grundton, Terz und Quinte mehrfach vorkommen. Dadurch können vier, fünf oder sechs Saiten erklingen, obwohl der Dreiklang nur drei verschiedene Töne enthält.

Der Akkord muss mit einer Hand spielbar bleiben

Ein theoretisch richtiger Tonvorrat ergibt noch nicht automatisch einen brauchbaren Griff.
Die ausgewählten Töne müssen in einem Bereich liegen, den eine Hand tatsächlich greifen kann.
Liegt ein passender Ton zu weit entfernt, suchst du denselben Akkordton an einer anderen erreichbaren Stelle.

In einem vollständigen Dreiklang sollte jeder der drei Bestandteile mindestens einmal vorkommen.
Doppelte Töne dürfen entfallen oder an anderer Stelle wiederholt werden.

Der Schneemann und der Gitarrengriff sehen unterschiedlich aus

Genau an dieser Stelle lösen sich viele scheinbare Widersprüche auf:
Das Notenbild des Schneemanns und der Griff auf der Gitarre erfüllen zwei verschiedene Aufgaben.

Der Schneemann zeigt die Bestandteile des Akkords

Im Schneemann stehen Grundton, Terz und Quinte in ihrer übersichtlichen Grundstellung übereinander. Du erkennst daran den Bauplan des Akkords und kannst die beiden Terzen prüfen.

Der Gitarrengriff verteilt diese Töne auf mehrere Saiten

Der Gitarrengriff verteilt dieselben Töne auf spielbare Saiten und Bünde.
Dabei kann sich ihre Reihenfolge ändern, und einzelne Töne können mehrfach vorkommen.
Deshalb sieht ein Griffbild nicht wie der sauber gestapelte Schneemann aus – der musikalische Inhalt bleibt dennoch derselbe.

C-Dur-Dreiklang und Gitarrengriff: Die Töne C, E und G werden auf mehrere Gitarrensaiten verteilt

Vom Schneemann zum Gitarrengriff: C-Dur und A-Moll

An C-Dur und A-Moll lässt sich der Weg vom theoretischen Bauplan zum tatsächlichen Gitarrengriff besonders gut nachvollziehen.

Der C-Dur-Schneemann: C–E–G

Der Grundton ist C.
Die große Terz C–E umfasst vier Halbtonschritte, die kleine Terz E–G drei.
Damit ist C–E–G ein Dur-Dreiklang.

Die Töne des C-Dur-Griffs

Beim gebräuchlichen offenen C-Dur-Griff erklingen von der fünften bis zur ersten Saite die Töne C–E–G–C–E.
Die sechste Saite wird nicht gespielt, da der Grundton C der tiefste Ton sein soll.
C und E kommen jeweils zweimal vor, G einmal.
Trotzdem enthält der Griff ausschließlich die drei Bestandteile des C-Dur-Schneemanns.

Als Griffangabe wird dieser Akkord häufig mit x32010 notiert.
Das x bedeutet: Diese Saite wird nicht angeschlagen.

Vom C-Dur-Dreiklang C–E–G zum offenen Gitarrengriff mit den Tönen C–E–G–C–E

Der A-Moll-Schneemann: A–C–E

Der Grundton ist A.
Die kleine Terz A–C umfasst drei Halbtonschritte, die große Terz C–E vier.
Damit ist A–C–E ein Moll-Dreiklang.

Die Töne des A-Moll-Griffs

Beim offenen A-Moll-Griff erklingen von der fünften bis zur ersten Saite die Töne A–E–A–C–E.
Auch hier wird die sechste Saite nicht gespielt.
A und E werden verdoppelt, C erklingt einmal.
Der Griff enthält damit vollständig den A-Moll-Schneemann.

Die gebräuchliche Griffangabe lautet x02210. Obwohl die Töne auf der Gitarre anders angeordnet sind als im Notensystem, bleiben A, C und E die einzigen drei verschiedenen Töne.

Vom Schneemann zum A-Moll-Griff: Die Töne A, C und E im Notensystem und ihre Verteilung als A, E, A, C und E auf der Gitarre

Dreiklänge selbst bilden und aufschreiben

Wenn du Dreiklänge selbst aufschreiben möchtest, gehst du immer in derselben Reihenfolge vor:
Grundton festlegen, zwei weitere Noten im Schneemann-Prinzip ergänzen, die Tonbuchstaben kontrollieren und anschließend die Halbtonschritte der beiden Terzen zählen.

In meinem Video „Dreiklänge bilden und aufschreiben“ zeige ich diesen Ablauf ausführlich mit Zettel und Stift.

Beginne am besten mit C-Dur und A-Moll.
Schreibe beide Schneemänner auf, benenne Grundton, Terz und Quinte und vergleiche danach die Töne mit den offenen Gitarrengriffen.

Das Schneemann-Prinzip auf einen Blick

  • Ein Akkord besteht aus mehreren gleichzeitig erklingenden Tönen.
  • Ein Dreiklang enthält drei verschiedene Töne.
  • Im Schneemann stehen die drei Noten entweder vollständig auf Linien oder vollständig in Zwischenräumen.
  • Der Grundton ist die unterste Kugel und gibt dem Akkord seinen Namen.
  • Der mittlere Ton ist die Terz, der oberste die Quinte.
  • Eine kleine Terz umfasst drei Halbtonschritte, eine große Terz vier.
  • Dur, Moll, vermindert und übermäßig entstehen durch die vier möglichen Reihenfolgen kleiner und großer Terzen.
  • Auf der Gitarre dürfen die drei Akkordtöne anders angeordnet und mehrfach gespielt werden.

Mit diesem System musst du Akkorde nicht mehr als willkürliche Griffbilder auswendig lernen. Du kannst nachvollziehen, welche Töne hineingehören, wie der Akkord aufgebaut ist und warum der Griff auf der Gitarre genau diese Töne verwendet.

Das Schneemann-Prinzip für Akkorde: In fünf Schritten vom Grundton über Terzen und Dreiklangsart zum Gitarrengriff

Vom Verstehen zum Begleiten

Wenn du das Schneemann-Prinzip verstanden hast, sind Akkorde keine willkürlichen Griffbilder mehr.
Du erkennst, aus welchen Tönen sie bestehen, wie unterschiedliche Dreiklänge entstehen und wie du diese Töne auf der Gitarre wiederfindest.

Vielleicht möchtest du dieses Wissen nun nicht nur verstehen, sondern beim Spielen auch sicher anwenden:
Akkorde flüssig und ohne Pausen wechseln, verschiedene Zupf- und Schlagmuster einsetzen und Lieder so begleiten, wie es dir gefällt.

Wenn dir beim Begleiten hauptsächlich die Akkordwechsel noch schwerfallen, kannst du dir hier zusätzlich mein kostenloses PDF samt Videoanleitung holen: Akkordwechsel leichter und flüssiger spielen.

Genau dafür gibt es meine Kurskombination aus dem 7‑Monats-Onlinekurs „Begleiten lernen“ und dem direkt anschließenden 12‑wöchigen Onlinekurs „Alle Dur-, Moll- und 7‑Akkorde greifen und spielen können“.

Du lernst Schritt für Schritt, Lieder abwechslungsreich zu begleiten, Akkorde leichter zu wechseln und dir diese besser zu merken. Gleichzeitig zeige ich dir ein einfaches Prinzip, mit dem du Dur-, Moll- und Septakkorde auf der Gitarre selbstständig erkennen, finden und am gesamten Griffbrett spielen kannst.

So bleibt das Schneemann-Prinzip nicht nur Theorie. Es wird zu einer Grundlage, mit der du zukünftig selbstständig genau die Musik begleiten kannst, die dir Freude macht.

Hier findest du alle Informationen zur Kurskombination „Begleiten lernen und alle Dur-, Moll- und 7-Akkorde“.

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